SRSR: “Wie auch in den Massenmedien berichtet wurde, kehrte am 15. Januar diesen Jahres die return-sample Probe Stardust aus den Tiefen des Sonnensystems zurück. Dies war ein besonderes Ereignis, ist Stardust doch erst die zweite Sonde, die aus dem interplanetarischen Raum zurückkehrend, erfolgreich auf der Erde gelandet ist – Genesis war eigentlich sogar teilweise ein Fehlschlag.
Die euphorischen Gründerjahre der Raumfahrt liegen nun schon 40 Jahren zurück. Technologien stagnieren und die sinkenden Budgets werden in unnötige Prestigeprojekte verschwendet: die ISS ist wohl die sinnloseste Verschwendung ungeheurer Summen in der Wissenschaft, die es je gab (~100 Mrd $ für fast keine Ergebnisse). So sind ergreifende Momente in der Raumfahrt selten geworden. Doch mit diesem Video des Wiedereintritts der Stardust-Probe, hat mich doch die umwerfende Ehrfurcht vor dem Weltraum und die Faszination für die Raumfahrt, die mich als Kind so gefesselt hatte, wiederergriffen.
Heimkehr
Die Rückkehr dieses menschengemachten, technischen Artefakts nach hunderten von Millionen Kilometern und vielen Jahren Reise auf die gute, alte Erde löst irgendwie sentimentale Träume im Menschen aus. Zumindest in mir. Und die Träume stellen auch zwei neue Fragen:
- Wann sind wir endlich so weit und schreiten hinaus in die Weiten – jenseits des Schwimmflügelplanschens einer schrottigen Raumstation mit Technologie von vorgestern im niederen Erdorbit?
- Und wie muss es für einen Menschen sein, wenn er wie Stardust nach Jahren wieder dem Boden des blauen Planeten entgegen sinkt? Selbst die Astronauten, die ja immer noch im direkten Angesicht blauer Meere um den Planeten kreisten oder auf dem Mond spazierten, berichten von dem tief spirituellen Erlebnis der Diaspora. Wie muss es dann erst sein, wenn man die weiß-blauen Insignien der Heimat nach Jahren zum ersten mal wieder deutlich erblickt?
Um die zweite Frage beantworten zu können, muss vorher die erste beantwortet werden. Die bemannte Raumfahrt war schon zu ihren Glanzzeiten nur ein Instrument politisch-technologischer Machtdemonstration. Immerhin hatte sie damals noch einen guten Ruf und gigantische finanzielle und ideologische Unterstützung. Heutzutage dagegen, ist sie – leider berechtigterweise – sehr umstritten. Die ISS zeigt wieso und die Antwort ist meiner Meinung nach ganz einfach, denn nicht die mangelnde Anpassung des Menschen an den Weltraum ist das Problem. Nein, die Technologien für Boden-Orbit Antriebe haben sich einfach nicht genügend weiterentwickelt. Solange keine Teams junger, neugieriger Genies finanziert werden, die uns neuartige Maglev oder (atmosphärische) Fusions-Ramjet Antriebe entwickeln, ist die bemannte Raumfahrt mausetot. So bleibt uns wohl für das nächste Jahrhundert nur der wehmütige Blick auf die rückkehrenden Kapseln mit den Steinen ferner Monde und Planeten und durch die geliehenen Augen robotischer Kollegen auf die Böden fremder Welten.
Wir selbst werden uns da draußen, in den Tiefen des interplanetarischen Raums, nicht mehr erleben. Die fremden Sterne hingegen – noch fast eine Unendlichkeit weiter weg – bleiben sogar als Traum unerreichbar.”